Finanzwissen für Kids ist wichtig. Und richtig angegangen: ein Kinderspiel!

Über Geld spricht man nicht? Doch! Schon gar nicht mit Kindern? Erst recht! Und zwar eher früher als zu spät. Finanzkompetenz für Kinder und Jugendliche ist wichtig. Am besten lernen Kinder schon früh, mit Geld umzugehen und ihre Finanzen zu planen – in kindgerechtem Rahmen und mit passender Ansprache. Nur so kannst du als Elternteil die Basis schaffen, auf der deine Kids später ein finanziell selbstbestimmtes Leben führen und verantwortungsvoll entscheiden können.

Früh übt sich!

Je früher Kinder einfache wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen, desto eher festigt sich das Wissen. Gerade im vergangenen Jahr haben sich immer mehr junge Menschen für Geldanlage interessiert. Und auch noch Jüngere interessiert das Thema Finanzen immer mehr. Allein schon, weil sie es bei älteren Geschwistern oder Freund:innen beobachten, die über Apps an der Börse investieren.

Gerade hier, in den jüngeren Generationen, sollte Finanz-Education stattfinden! Aus den jetzigen Kindern könnte eine Generation von Erwachsenen entstehen, die viel unbefangener und freier mit dem Thema Geld & Finanzen umgeht, als es die meisten heute noch tun.

Kinder vor Schuldenfalle bewahren

Zu schnell zu viel Geld auszugeben, geht für Kinder heute einfacher als früher: Kosten für den Kauf von Apps und Handynutzung, für dazugekaufte Gadgets beim Online-Gaming. Unkompliziert übers Smartphone oder eigene Tablet. Und sie brauchen in der Regel lange, um aus den Schulden wieder herauszukommen. Umso wichtiger, dass Eltern schon im Kindesalter anzufangen, Finanzbasics zu vermitteln.

Kinder lernen schon früh unbewusst durch die Vorbildfunktion der Eltern. Sie sehen, dass Eltern Preise vergleichen, ein Haushaltsbuch führen und auch sonst offen über Geld sprechen. So kannst du einen Grundstein legen, dass sie sich später in finanziellen Dingen verantwortungsvoll für sich und ihre Lieben verhalten.

Erster Berührungspunkt: Taschengeld

Konkret kommt das Thema Finanzen spätestens beim Thema Taschengeld ins Kinderleben. Damit können Eltern schon bei 4-Jährigen starten.

Kinder können mit ihrem Taschengeld verantwortungsvollen, weitsichtigen Umgang mit ihren Finanzen lernen. Zum Beispiel: Was ausgegeben ist, ist weg und steht nicht mehr für andere Käufe zur Verfügung. Wenn ich größere Wünsche habe, muss ich vorher sparen. Das Kind lernt vor allem, dass es sich lohnt, Finanzen zu planen. Abzuwägen, was es sich leisten kann und was nicht.

Regeln für dich als Taschengeldgeber:in

Wichtig: das Taschengeld regelmäßig und zu einem festen, verlässlichen Termin auszuzahlen. Das Kind entscheiden zu lassen, wie es das Geld verwendet – nur so lernt es, dass einmal auf den Kopf gehauenes Geld nicht mehr für andere Anschaffungen zur Verfügung steht. Außerdem: Taschengeld weder als Strafe noch als Belohnung zu nutzen. Also weder streichen, kürzen noch als Lob erhöhen. So einfach funktioniert das später in der Arbeitswelt ja auch nicht. Und: keine Vorschüsse geben. So lernt das Kind am besten die Basics zum Umgang mit Geld.

Zum Thema Taschengeld haben wir auf unserem Instagram-Profil noch mehr Tipps für die junge Generation!

Eigenes Kinderkonto

Schon ab 12 wird ein eigenes Konto empfohlen. Eine gute Grundlage für den Nachwuchs, die eigenen Finanzen digital zu managen und Erfahrungen zu sammeln. Das Taschengeld kann aufs Konto überwiesen werden oder auch Geldgeschenke zum Geburtstag.

Learning: Geld kann man
anfassen und es ist endlich

Für Kinder auch wichtig zu lernen: Geld gibt es physisch, nicht nur digital. Und wenn es ausgegeben ist, ist es tatsächlich weg. Dafür kannst du deinem Kind zum Beispiel Urlaubsgeld in einem eigenen Portemonnaie geben, womit es seine Wünsche in Spanien oder im Zeltlager erfüllen kann. Lerneffekt: Ich kann über mein Geld eigenständig verfügen und wenn ich etwas kaufe, wirkt sich das direkt auf mein Finanzpolster aus.

Mitwirkung fördern

Andere gute Möglichkeiten, deinen Kindern ein Bewusstsein für Geld zu vermitteln, ist, sie beim Einkaufen einzubinden. Schreibt vorab zusammen eine Liste als Kostenstopper, legt ein Preislimit fest. Nimm deine Kinder mit in den Supermarkt und schaut zum Beispiel zusammen unten im Regal nach günstigen Preisen.

Haushaltsbuch und Urlaubsplanung gemeinsam managen

Den gleichen Erkenntnisgewinn bringt es, wenn du das Haushaltsbuch, zumindest ab und zu, gemeinsam mit deinen Kindern führst oder besprichst. Genauso kannst du sie in die Urlaubsplanung miteinbeziehen und sie mitentscheiden lassen: ‚Was können und wollen wir uns leisten, was nicht?‘

Interesse von Kindern fördern – Benefit für uns alle

In Schulen wird noch immer nicht ausreichend Finanzwissen vermittelt. Das Interesse der Schüler:innen ist unterschiedlich stark, hängt aber auch vom Interesse der Eltern selbst an Finanzdingen ab. Wenn Eltern ihre Kinder schon früh mit einbinden ins Thema Geld, ist ihr Interesse im Schulalter sehr wahrscheinlich größer. Sie werden eher Fragen stellen, im Unterricht nachhaken und sich eigeninitiativ Informationen zum Thema Geld und Finanzplanung suchen. Das braucht unsere Gesellschaft.

Spielerisch und gleichzeitig informativ kannst du deinen Kindern Einnahmen, Ausgaben und Finanzen allgemein zum Beispiel mit Monopoly näherbringen. Sind Kinder etwas älter, kannst du ihnen auch die Grundlagen des Kapitalmarkts erklären. Warum kann man Anteile von Unternehmen kaufen? Wie funktioniert das? Meiner Erfahrung nach haben viele Kinder auch Lust auf komplexere Themen.

Auch wenn Geld Reizthema ist: Kinder informieren

Wenn das Geld knapp ist in Familien, heißt es bei Kinderwünschen öfter: „Nein, dafür haben wir kein Geld übrig.“ Gerade dann sollten Finanzgrundlagen mit Kindern besprochen werden, ohne sie zu überfordern. Unter den Teppich kehren ist pädagogisch nicht sinnvoll. Es ist gut, dem Kind Kosten und finanzielle Grenzen aufzuzeigen. Auch wenn keine finanziellen Sorgen da sind. Dies kannst du deinem Kind mit einfachen Rechenbeispielen zeigen. Es ist wichtig für Kinder herauszufinden, was Geld eigentlich ist, wofür es gebraucht wird und was man alles Gutes damit tun kann.

Eltern als erste Ansprechpartner:innen

Je früher Kinder mit Finanzplanung in Berührung kommen, desto besser. Als Elternteil kannst du das Thema gut begleiten und sie zusätzlich aktiv unterstützen, wenn sie – mit dem neuen Wissen als Grundlage – eigene Erfahrungen machen. Wirtschaft und Finanzen bestimmen unser tägliches Leben, ob wir wollen oder nicht. Ins Thema wachsen müssen Kinder so oder so. Besser tun sie das mit einer guten Begleitung. Wer könnte das besser anleiten als du als erste Vertrauensperson deines Kindes?

Absolut kein Interesse – und nun?

Was kannst du anstellen, wenn sich dein Kind partout nicht für Geld und Finanzen interessiert? Mehr als wiederholt anbieten geht nicht. Es wird über kurz oder lang seine eigenen Erfahrungen machen. Beginnt später die erste Ausbildung, ist mein Rat: Geht spätestens dann gemeinsam zu einem:einer vertrauensvollen Berater:in, um ein Konto zu eröffnen und die ersten finanziellen Schritte deines Kindes zu besprechen.

In Zukunft

Ich persönlich wünsche mir, dass das Thema Geld in den nachkommenden Generationen sehr viel positiver besetzt ist. Und noch viel offener darüber gesprochen wird. Was wünschst du dir von kommenden Generationen, wenn es ums Thema Finanzen und Geldanlage geht? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar.

Bis bald

Euer Sascha

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